Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck

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Inhalt: Neubau der Brücke zur Mole und einer Wellenschutzwand im Außenbezirk Kiel

Veranlassung

Zum Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck gehört der Außenbezirk Kiel, in dessen Liegehafen unter anderem das Mehrzweckschiff Scharhörn stationiert ist. Der Liegehafens wird durch eine Mole und der knapp 81m langen Zugangsbrücke zur Kieler Förde hin abgegrenzt. Die alte Zugangsbrücke war als reine Holzkonstruktion konzipiert und hatte mit über 80 Jahren Standzeit das Ende der Nutzungsdauer erreicht. Zudem war die Holzpfahlkonstruktion durch Bohrmuschelbefall derart stark geschädigt, dass aufgrund der Schwächung der Gründungspfähle die Abtragung der betrieblich erforderlichen Verkehrslasten nicht mehr sichergestellt werden konnte.

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Abb.1 Übersicht Außenbezirk Kiel des WSA Lübeck

Neben der Zugangsbrücke befand sich eine Stahlspundwand als Wellenschutz. Zusammen mit der Mole bildete diese Wellenschutzwand eine Abschirmung des Liegehafens gegen Wellenschlag, Sediment- und Treibguteintrag. Die Stahlspundbohlen der Wellenschutzwand waren bereits erheblich durch Korrosion geschädigt. An vielen Stellen zeigten sich Durchrostungen, die zum Teil bereits die Größe eines Handballes einnahmen.

Baumaßnahme

Die alte Zugangsbrücke wurde zurückgebaut. Die Stahlspundbohlen der Wellenschutzwand wurden komplett gezogen. Hierbei wurde eine entdeckt, dass die Wellenschutzwand direkt vor ein Vorgängerbauwerk gerammt worden war. Dieses war in keiner Bestandszeichnung vermerkt und durch ihre Lage unter Wasser und im Schatten der neuen Spundwand war auch niemand auf sie aufmerksam geworden. Da diese ältere Spundwand teilweise direkt in der Achse des neuen Bauwerkes lag, mussten auch diese gezogen werden, bzw. wo es nicht möglich und nötig war, wurde sie 1,0 m unter der Gewässersohle abgebrannt.

Im Zuge der Rückbauarbeiten wurde außerdem ein nicht mehr benötigtes altes Kranfundament neben der Mole abgebrochen. Um den Verlust von Besiedelungsflächen für Hartsubstratbewohner auszugleichen, wurden als Kompensation Hartsubstrate (alte Tonnensteine) mit einer vergleichbaren Gesamtoberfläche in Flachwasserbereichen in der Nähe des Bauwerkes eingebracht.

Insbesondere aufgrund der Problematik mit der Schiffsbohrmuschel als Holzschädling wurde die Gründung des Brückenneubaus aus Stahl geplant und konstruiert. Alle Stahlteile erhielten einen werkseitigen Korrosionsschutz. Der Belag wurde mit Eichenbohlen realisiert. Als maßgebliche Verkehrslast für die Bemessung wurde ein Gabelstapler mit 3,5 t Eigengewicht und 1,5 t Hublast angesetzt. Diese Verkehrslast entspricht dem Fall, wenn ein schwimmendes Fahrzeug an der Mole mit Einsatzgeräten für die Schadstoffunfallbekämpfung beladen werden muss.

Die Wassertiefe unter der Brücke beträgt zwischen 1,5 und 3,5 m.

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Abb.2 Querschnitt der neuen Brücke

Für die Gründung der neuen Brücke wurden an der Seeseite zur Kieler Förde (in Abb. 2 rechts) 16 m lange Stahlträger (HZ 575 A) und an der Hafenseite (in Abb.2 links) 12,5 m lange Stahlrohre (d = 457 mm) gerammt. Insgesamt wurden so 20 Pfahljoche mit einem Achsabstand von 4,0 m hergestellt.

Zur Aufnahme des Wellen- und Eisdruckes insbesondere auf die Wellenschutzwand erhielt jedes Pfahljoch einen 1,5 : 1 geneigten Schrägpfahl mit einem Durchmesser von 457 mm. Die Länge der Schrägpfähle wurde nach den statischen Erfordernissen auf 23,5 m festgelegt. Der Anschluss der Schrägpfähle an die lotrechten Pfähle erfolgte mit angeschweißten Flachstählen. Um die Stahlrohrpfähle vor Innenkorrosion zu schützen, wurden sie mit Sand gefüllt.

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Abb.3 Rammung der lotrechten Pfähle

Zum Schutz insbesondere von Wellengang im Hafengebiet wurden zwischen die seeseitig gerammte Reihe der HZ-Profile Stahlbetonfertigteile aus C 30/37 eingebaut. Die 30 cm starken Stahlbetonelemente hatten Einzelgewichte von jeweils 10,6 t bzw. 14.8 t. Um einen ungehinderten Einbau der Fertigteile zu ermöglichen, wurde vorher die Hafensohle im Einbaubereich mit einem Greiferbagger eingeebnet.

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Abb.4 Einsetzen der Stahlbetonfertigteile der Wellenschutzwand

Um zu verhindern, dass sich die Stahlbetonfertigteile durch die Wellenbelastung in der Konstruktion bewegen, was wegen der stetigen Schlagwirkung eine Zerstörung des Bauwerkes zur Folge hätte, wurden die Stahlbetonfertigteile in die Stahlträger einbetoniert.

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Abb.5 Einbetonieren der Stahlbetonfertigteile der Wellenschutzwand

Auf die Gründungspfähle wurden Querträger (HEB 240) geschweißt. Auf die Querträger wurden als Längsträger an den Außenseiten jeweils ein IPE 240 sowie in der Mitte ein HEB 240 geschweißt.

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Abb.6 Einbau der Quer- und Längsträger

Auf den Längsträgern liegt der Brückenbelag aus Eichenquerträgern im Achsabstand von 75 cm und Eichenbohlen. Als Absturzsicherung ist an beiden Seiten der Brücke ein 1,0 m hohes Stahlrohrgeländer angebracht. Die Brücke wurde mit Lichtmasten ausgerüstet, zudem nimmt sie die Kabel für die Stromversorgung der Mole und des Molenfeuers auf.

einbau der eichentraeger

Abb.7 Einbau der Eichenträger

fertig gestellter zustand

Abb. Brücke im fertig gestellten Zustand bei Niedrigwasser

Die Gesamtkosten der Maßnahme belief sich auf ca. 800.000 €.