Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Baugruben und Sicherungsmaßnahmen

Baugruben

 

Das Baugrubenkonzept sieht für die Häupterbaugruben umspundete Baugruben mit einer Innenaussteifung vor. Die Oberhauptbaugrube wurde rechtsseitig zusätzlich mit Schrägankern rückverankert, da durch den Zufahrtsdamm auf der rechten Seite höhere horizontale Lasten einwirken als auf der gegenüberliegenden Seite. Dieser Überschuss an H-Kraft sollte durch die rechtsseitigen Schräganker aufgenommen werden. Die Oberkante der Baugruben wurde auf NN + 5,5 m festgelegt. Dieser Wasserstand hat statistisch ein Wiederkehrintervall von 20 Jahren.

Als Baugrubensohle wurde eine 1,75 m dicke Unterwasserbetonsohle hergestellt, die mit Stahlrammpfählen als Trägerpfähle verankert war. Dieses Pfahlsystem dient für die späteren Betriebszustände als Tiefgründung. Bei diesem Konzept waren beim Einbringvorgang der Pfähle die Erschütterungen auf die in unmittelbarer Nachbarschaft bestehende alte Trennmauer zu würdigen. Dynamische Untersuchungen der BAW schätzten eine mögliche Auswirkung auf die alte Schleusenmauer ab und bestätigten die vorgesehene Bauweise. Diese Bauweise ohne Grundwasserabsenkung mit einer verankerten Unterwasserbetonsohle hatte sich bereits bei der Erneuerung der Wehranlage bewährt und wurde auf den Schleusenbau übertragen.

Baugrube Kammer
Die gelenzte Häupterbaugrube vor Beginn der Betonarbeiten Die gelenzte Kammer mit der Sohlverankerung aus Stahlpfählen

 

Sicherungsmaßnahmen

 

Über die Bauzeit der neuen Schleuse war Sorge zu tragen, dass die vorgeschädigte Altanlage weiter betriebssicher den Schiffsverkehr abwickeln konnte. Besonderes Augenmerk galt daher der Stand- und Gebrauchssicherheit der alten Schleusenmauer und der Torbereiche während der Bautätigkeiten.

Als Sicherungsmaßnahme der alten, flach gegründeten Schleusenmauer wurde deshalb eine Bauwerksunterfangung zur Ableitung der einwirkenden Kräfte in tiefere und festere Bodenschichten angeordnet.

 

Bauwerksunterfangung Querschnitt Kammer
Herstellung der Bauwerksunterfangung Querschnitt durch die Schleusenkammer

 

Die Bauwerksunterfangung der alten Trennmauer erfolgte mit HDI-Säulen Ø 1,5 m im Achsabstand von 4 m quer zur Mauer. Die Säulen binden bis auf NN - 15 m in die pleistozänen Sande ein. Bei der Aufteilung der Säulen in Mauerlängsrichtung musste das aus den Systemvorgaben der PEINER-Spundwand mögliche Raster für die Verankerung mit den Bohrverpresspfählen berücksichtigt werden. Der Säulenabstand beträgt hier 2,16 m und 4,32 m im Wechsel.

Beim HDI-Verfahren wird der Boden zunächst mit an einem Gestänge angeordneten Düsen unter Druckwasserzugabe verflüssigt. Anschließend wird unter Zugabe von Zementsuspension ein Sand-/Zementgemisch erzeugt, welches später erhärtet. Die Herstellung erfolgte nach Zulassung. Grundsätzliche Fragen der Eignung, der Herstellung und der Qualitätssicherung wurden mit der Bundesanstalt für Wasserbau im Vorweg der Ausführung geklärt. Im Rahmen der Ausführung wurden durch Eignungsprüfungen und Kontrollprüfungen (schräge Bohrkernentnahme und Einsatz von Inklinometermessungen) Säulendurchmesser, Rotationsgeschwindigkeit und Ziehgeschwindigkeit des Gestänges in Abhängigkeit des Bodens aufeinander abgestimmt.