Inhalt: Ausbau der Unteren Hunte
Die Untere Hunte zwischen Oldenburg und Elsfleth bildet die seewärtige Zufahrt zum Hafen Oldenburg sowie zusammen mit dem Küstenkanal die küstenparallele Binnenschiffsanbindung der Häfen an der Unter- und Mittelweser zu den Rhein- bzw. Rheinmündungshäfen.
Die Schifffahrt auf der Hunte ist aufgrund der Enge des Fahrwassers, der zahlreichen Kurven und der geringen Sohltiefe stark beeinträchtigt. Daher werden ab 2003 zur Verbesserung der Befahrbarkeit der Unteren Hunte die folgenden Baumaßnahmen durchgeführt:

Lageplan der geplanten Einzelmaßnahmen
- Durch die Vertiefung der Sohllage insbesondere zwischen km 1,0 und km 6,0 wird die Vergrößerung des Zeitraums für den möglichen Fahrtantritt für tideabhängig verkehrende Fahrzeuge (Tidefenster) bewerkstelligt.

Fahrt der Schiffe mit der Tide
- Um zu gewährleisten, dass die Schifffahrt die Kurven gefahrlos passieren kann, ist die Sohle in den Kurvenbereichen auf 28 m zu verbreitern, die Kurven oberhalb km 16 auf den Mindestradius von R= 600 m und unterhalb von km 16 auf R= 400 m abzuflachen. Diese Radienvergrößerung hat Deich- und Böschungsrückverlegungen zur Folge. Die beschriebenen Kurvenabflachungen erfolgen überwiegend durch landseitiges Aufschultern von zusätzlichem Bodenmaterial auf die vorhandenen Deiche und anschließendem Abgraben der wasserseitigen Böschung, wie in folgender Abbildung dargestellt:

Neuer Deichquerschnitt bei km 10,5 (rote Fläche)
- Auf gerader Strecke sollen sich in Zukunft 11,50 m breite Schiffe begegnen können. Hierfür ist unter Berücksichtigung entsprechender Sicherheitsabstände eine Verkehrsfläche von 35,50 m und eine daraus resultierende Sohlbreite von 28 m mit einer Böschungsneigung von 1:3 vorzuhalten. Zur Herstellung dieser Verkehrfläche genügt es, die vorhandenen Querschnitte der Hunte durch Unterwasserbaggerungen trapezförmig zu profilieren. In den Engstellenbereichen bei km 8 und km 10 sind zusätzlich Deichrückverlegungen erforderlich, für die komplett neue Deichabschnitte hergestellt werden - wie in folgender Darstellung modelliert:

Neuer Deichquerschnitt bei km 8 (Holzgerüst)
- Neben der Fahrwasservertiefung sowie den Böschungs- und Deichverlegungen ist aus hydraulischen Gründen der bei km 15 vorhandene Kolk zu verfüllen.

Querschnitt Soll- und Istzustand km 15,6
- Die geplanten Baummaßnahmen werden in erster Linie durch zwei außendeichs liegende tidebeeinflusste Flachwasserzonen bei km 5,3 und km 12 kompensiert. Die Ausgleichsmaßnahme bei km 5,3 wurde bereits als Kompensation für die Baggerarbeiten zur Überführung von Fahrzeugen im Jahre 1997 umgesetzt.