Inhalt: Weserwehr-Stahlwasserbau
Die Verschlüsse des Wehres bestehen aus 5 beweglichen Stauklappen (auch Fischbauchklappen genannt), die scharnierartig auf der Wehrschwelle gelagert sind.
Sie werden über beidseitige Antriebe über Torsionsrohre von den Wehrpfeilern aus angetrieben. In Staustellung liegt die Oberkante der Klappen auf NN + 5,30 m, sodass bei gewöhnlichen Abflüssen das Stauziel im Oberwasser auf NN + 4,50 m eingehalten wird.
Perspektive der Fischbauchklappe und der Antriebseinrichtungen
Der überströmte Wehrverschluss (von OW)
In Abhängigkeit der Abflussmenge werden die Klappen sukzessive gesenkt. Erst bei einer Oberwassermenge von rund 1.600 m³/s sind die Klappen vollständig gelegt und eine Regelung des Oberwasserstandes ist dann nicht mehr möglich.
Bei extremen Hochwässern ist ein Wasserspiegelanstieg bis auf NN + 7,60 m möglich.
Lager- und Dichtungsmontage an der abgestützten Fischbauchklappe (von UW)
| Wehrschwelle vor dem Einbau der Klappe | Montage der Klappenlager |
Montage Torsionsrohr
| Antriebszylinder |
Die Klappen werden unterseitig belüftet, um schädliche Schwingungen zu vermeiden.
Der beidseitige Antrieb jeder Klappe erfolgt ölhydraulisch. Bei Ausfall eines Antriebes kann die Stauklappe auch mit Antrieb von einer Seite bewegt werden. Die Steuerung der Anlage erfolgt vollautomatisch über Steuerpegel und Rechner. Alle Bewegungen der Klappen werden protokolliert.
Stahlwasserbauliche Ausrüstung und Massivbau werden turnusmäßig im Rahmen der Bauwerksinspektion instand gehalten. Hierzu werden im Ober- und Unterwasser Notverschlüsse gesetzt. Oberwasserseitig werden Dammbalken mit einem Mobilkran von der Brücke aus eingesetzt. Danach wird der unterwasserseitige Notverschluss eingebaut. Er besteht aus einem 31 m breiten x 11 m hohen Hohlkasten, der mit Arbeitsschiffen eingeschwommen wird. Durch gezieltes Fluten
einzelner Kammern senkt sich der Verschluss in seitliche Führungen am Pfeiler kontrolliert in eine vertikale Position ab.
Der Einbau des unterwasserseitigen Notverschlusses