Inhalt: Naturnaher Flussbau
Vorrangiges Ziel einer ökologisch verträglichen Wasserbauweise
ist der Einsatz naturnaher Verfahren unter Verwendung nachwachsender Ausgangsstoffe.
Diese Ressourcen schonenden Verfahren werden bevorzugt vor einer Sicherung der
Ufer mit Deckwerken eingesetzt. Im Amtsbereich des WSA Bremen erfolgt dies in
weiten Bereichen der Unterweser.
Der Naturstrand erstreckt sich im Zuständigkeitsbereich des Außenbezirks Farge am linken Weserufer von Warflether Sand km 23,5 bis Brake km 39,0 und am rechten Ufer am Harriersand km 33,0 bis km 40,04. Dies entspricht ca. 22 km Naturstrand, die zu unterhalten sind. Dieser Strand wird mit Buschleitdämmen, Buschbuhnen und Spreutlagen zum Teil in Kombination mit einer Fußspundwand und Anpflanzungen von Strandhafer gesichert.
Naturstrand an der Unterweser
Spreutlagen
Die Spreutlage ist ein ca. 40 cm hoher Buschteppich, der durch Holzpfähle
und Draht gehalten wird. Dieser dient zur Sicherung von Pflanzen wie z. B. Reihtflächen
und verhindert das Unterspülen der Pflanzenfläche.
Buschbuhnen
Buhnen sollen den Längstransport des Sandes durch die Strömung verhindern. Ca. 60 % unserer 40 Buschbuhnen liegen unter dem Sand. Die Buhnen sind in der Regel zwischen 4,0 und 6,0 m breit und werden 60-100 cm hochgepackt.
Buschleitdämme
Insgesamt sind auf dem Streckenabschnitt linkes Weserufer Warfleth km 23,5 - Weserdeicher Sande km 28,0 rund 4 km Buschleitdämme vorhanden. Der Leitdamm hat die Funktion einer Stützwand für den Strand. Durch diesen wird der Wellenauflauf gebrochen und ein erhöhter Sandabtrag verhindert. Der Buschleitdamm ist in der Regel zwischen 3,50 bis 4,20 m breit und hat eine Höhe bis 1,8 m. Wie bei den Spreutlagen und den Buschbuhnen wird der Busch mit Hilfe von Holzpfählen und Draht in seiner Lage gesichert.
Herstellung eines Buschleitdammes In der Regel halten die Buschbauwerke zwischen 3 und 4 Jahre und müssen dann neu nachgepackt werden.
Anpflanzungen
Das Wurzelwerk des Strandhafers verhindert einen erhöhten Sandabtrag an den Stränden vor Wind und Hochwassern. Weiterhin ist die Pflanze robust gegen Salz- und Brackwasser und wird somit bevorzugt für Anpflanzungen in Küsten- und Uferbereichen verwendet. Nachteil ist, dass diese Pflanzen nicht in Regionen wachsen können, wo sie stark durch Spaziergänger und Tiere strapaziert werden. Im Bereich der Unterweser sind diese im Bereich von Harriersand und Elsflether Sand vorhanden.
Trimmarbeiten
Durch die Gezeiten, Wellenschlag und Sogwirkung der Schifffahrt können sich die Sandmassen am Strand verlagern, so dass sie sich an einer Stelle abtragen und an einer anderen Stelle wieder auflanden. Es entstehen Buchten und Landzungen. Dieses gleicht man dadurch aus, indem der überschüssige Sand von der Landzunge in die ausgekolkte Bucht mit Hilfe von Raupen und Hydraulikbaggern getrimmt wird. Im Streckenabschnitt Elsflether Sand und Harriersand entstehen nach Sturmfluten häufig Priele. Diese müssen schnell wieder zugeschoben werden, um größere Sandverluste zu vermeiden. Für diese Arbeiten verfügt der Außenbezirk Farge über eine eigene Planierraupe. Hydraulikbagger und weitere Planierraupen müssen für größere Trimmarbeiten angemietet werden.
Aufspülungen von Stränden
Trotz dieser Sicherungsmaßnahmen verliert der Strand an Material und muss nach Bedarf wieder aufgespült
werden.
Dieser Sand wird bei Mindertiefenbaggerungen aus der Flusssohle Weser mit einem Hopperbagger gewonnen.



