Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Emden

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Inhalt: Die Knock

Vor dem Bau der ersten Deiche um 1000 n. Chr. lagen Warftdörfer und Einzelhöfe in diesem Gebiet ausnahmslos auf dem höheren, trockenen Emsuferwall. Das dahinter gelegene Siedland war versumpft und verkehrsfeindlich. Sturmfluten und Meereseinbrüche, aber auch Stromverlegungen infolge geänderter hydrographischer Verhältnisse führten zu Ausdeichungen. Sie zwangen die Bewohner, sich letztendlich bis hinter die Linie eines Deiches zurückzuziehen, der 1720 - nach der verheerenden Weihnachtsflut von 1717 - fertig gestellt worden war. Die Karte zeigt den Verlauf des äußeren Deiches um 1500, die Lage ehemaliger Dörfer wie Bettewehr und Folkerswehr, die folgenden Deichbrüche (Jahresangabe in Klammer) und das Emsufer an der Knock um 1900 (grün) und die heutige Uferlinie (rot). Südlich der Landspitze Knock, wo das Alte Tief von Rysum die Ems erreichte,lag bis etwa 1600 der alte Siel- und Fährort Knock.

Die Deiche an der Knock

Bis 1900 führte das Hauptfahrwasser der Außenems unter dem niederländischen Ufer entlang durch die Bucht von Watum. Die deutsche Wasserbauverwaltung baggerte das östlicher liegende Ostfriesische Gatje zum Hauptfahrwasser und besseren Zufahrt zum Hafen Emden aus. Zur Festlegung des Fahrwassers im Gatjebogen errichtete die Reichswasserstrassenverwaltung von 1930 bis 1933 westlich der Knock ein großes Strombauwerk (heutige Uferlinie). An der Knock begann ein etwa 3,5 km langer Steindamm auf Buschpackungen. Hinter dem Leitdamm - auf dem als "Rysumer Nacken" bezeichneten Watt - lagerten sich erwartungsgemäß Sandmengen ab; bis 1939 waren etwa 14 Mio. Sedimente angelandet.
Nach dem 2. Weltkrieg musste für die größer werdende Schifffahrt im Fahrwasser nach Emden vermehrt gebaggert werden. Als Deponie diente die Wybelsumer Bucht, die von 1911 bis 1923 eingedeicht und mit Baggergut zum Larrelt-Wybelsumer Polder überspült worden war. Etwa ab 1955 bis 1995 übernahm der Rysumer Nacken diese Aufgabe. Das Aufnahmevolumenbetrug etwa 100 Mio. Kubikmeter. Am Südrand des Rysumer Nackens baute der Emder Entwässerungsverband 1968 und 1969 das zu dieser Zeit größte Siel- und Schöpfwerk Europas mit einem 42 ha großen Mahlbusen.

Karte von 1897Karte von 1954Karte von 1990

Vergleich Rysumer Nacken in Karten von 1897, 1954 und 1990 (von oben)

Ursprünglich war vorgesehen, auf dem Rysumer Nacken einen etwa 750 ha großen Polder zu schaffen, der mit 40 Bauernhöfen besiedelt werden könnte. Das neu gewonnene Gebiet wurde jedoch für Industrieansiedlungen am seeschifftiefen Wasser ausgewiesen und in die Stadt Emden eingemeindet. Der Nordwesten des Rysumer Nackens entwickelte sich seit 1974 mit der Gasbehandlungsanlage des Norpipe-Terminals und der Europipe-Messanlage zur Europäischen Erdgasdrehscheibe (Kapazität 100 Mio. Gas pro Tag - diese Menge versorgt Emden für eineinhalb Jahre). Das übrige, sechs Meter über dem Meer liegende Gelände entwickelte sich zu einem Naturgebiet; ein Teil davon wird extensiv beweidet.

Der Rysumer Nacken

Blick vom Radarturm Knock auf den Rysumer Nacken