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Wasser- und Schifffahrtsamt Emden

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Inhalt: Tonnenleger Norden

Tonnenleger Norden_Fotos: Arendt/Kahl

    Tonnenleger "Norden" (Nr.4) im Detail

 

Der Tonnenleger “Norden”, Baujahr 1998, ist eines von drei Seezeichenfahrzeugen des Wasser- und Schifffahrtsamtes Emden.
Zu den Aufgaben des Tonnenlegers gehören das Auslegen und Einholen von schwimmenden Seezeichen, Überwachungs- und schiffahrtspolizeiliche Aufgaben sowie Versorgungsfahrten im Bereich der ostfriesischen Watten von der Harle bis zur Osterems. Das Schiff, das vor allem für die speziellen Seeverhältnisse zwischen den ostfriesischen Inseln konzipiert wurde, ist als multifunktionales Arbeitsgerät einsetzbar. Wesentliche Ausrüstungsmerkmale sind ein 70  m² großes Arbeitsdeck und ein 8 t -Arbeitskran. Die hohen Anforderungen an das Manövrierverhalten wurden durch zwei Voith-Schneider-Antriebe und ein Bugstrahlruder erfüllt. Die schifffahrtspolizeiliche Tätigkeit beinhaltet die Gewährleistung der Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs wie z.B. die Beseitigung von für die Schifffahrt gefährlichem Treibgut, und den Schutz der maritimen Umwelt.

Von der heutigen "Norden" werden Im Bereich der Ostfriesischen Inseln zwischen Harle und Ems von dem Neubau nicht nur Schiffahrtszeichenaufgaben, sondern auch schiffahrtspolizeiliche Aufgaben wahrgenommen werden.

Während auf der alten “Norden” noch mit zehn Mann Besatzung gefahren wurde, verrichten auf dem Neubau mittels moderner Technik lediglich fünf Besatzungsmitglieder ihren Dienst. Wesentliche Unterschiede im Vergleich zu den bisherigen Tonnenlegern zeigen sich bei der Aufteilung des Neubaus: Erstmals wurde das Arbeitsdeck hinter dem Aufbau angeordnet. Mit einer freien Arbeitsfläche von 70 m2 dient es zur Aufnahme von zwei Standardleuchttonnen (LT 81). Für die Lagerung von Steinen, Ketten usw. sind ca. 10 m2 zusätzliche Decksflächen vorhanden.

Ein Palfinger-Arbeitskran mit einer Tragfähigkeit von 8 Tonnen kann durch ein tragbares Steuerpult fernbedient werden. Zur einfachen Bedienung und Führung des Tonnenlegers stehen zwei Fahrstände auf der Brücke, ein vorderer Fahrstand für die Freifahrt sowie ein hinterer Fahrstand mit allen notwendigen Überwachungs- und Bedienungselementen für die Arbeit an Seezeichen zur Verfügung. Mit zwei Diesel-Motoren erreicht der Tonnenleger eine Geschwindigkeit von 11 Knoten.

 

Technische Daten

Baujahr: 1998
Bauwerft: Fassmer Werft, Motzen, Bau Nr. 1580

Hauptabmessungen

 
Norden_1998_Plan
Länge über alles: 39,20 m
Breite auf Spanten: 8,90 m
Tiefgang: 1,60 m
Verdrängung: 296 t
Klassifikation GL + 100 A5K + MC - AUT
   

Kapazitäten

 
Treibstoff: 20.810 Liter
Frischwasser: 4.500 Liter
Besatzung: 6 Mann
   

Leistung

 
Geschwindigkeit 11 Knoten
   
   
Antriebssystem  
Hauptantriebsmotoren 2 x Cummins KT-19-M, 268 kW
Propeller 2 x Waterjet, GR. 12K-EC/75
Bugstrahlruder 85 kN

 

Die Geschichte der Tonnenleger "Norden"

Das erste Schiff namens “Norden”, Baujahr 1892, das seinen Dienst als Tonnenleger im Seegebiet rund um Norderney versah, wurde lt. Bauliste der Meyer Werft, Papenburg unter der Bau Nr. 82, 1882 gebaut.

Auftraggeber war die Königliche Bauinspektion der Küstenstadt.Es war ein weißes Dampfschiff mit Ladebaum. Der Verbleib dieser ersten Norden konnte bisher nicht festgestellt werden.

Sie wurde aber durch einen Neubau im Jahr 1912 ersetzt.

Hauptabmessungen

Tonnenleger Norden Bj. 1892  
Baujahr 1892
Länge über alles: 24,45 m
Breite auf Spanten: 4,75 m
Tiefgang: 1,20 m
   

Leistung

 
Geschwindigkeit 6 Knoten
Dampf- Maschine 2 x 26 KW

 

Der zweite Tonnenleger “Norden”, Baujahr 1912, war ein schwarzes Dampfschiff ebenfalls mit Ladebaum.

Dieser "Norden" war ein grausames Schicksal beschieden.

Während einer Bereisungsfahrt lief das Schiff in den Mittagsstunden des 30. Juni 1944 vor Spiekeroog auf eine Mine und sank in kürzester Zeit, so daß sich nur zwei Besatzungsmitglieder retten konnten. Weitere sieben fanden den Tod. Eine Gedenktafel in der Außenstelle des Bauhofes/Tonnenhofes Norderney erinnert noch heute an den Tod der sieben Männer.

Die Arbeit auf See indes sollte weitergehen und so behalf man sich zunächst mit einem Dampfprahm “D 5”, einem schutenähnlichen, dampfbetriebenen Schiff, das sich für die Aufgaben der Tonnenverlegung im Revier rund um Norderney jedoch nur als bedingt tauglich erwies. Dennoch blieb es bis in die Nachkriegszeit im Einsatz. Bald darauf konnte der bis dahin in der Ostsee stationierte Tonnenleger “Samland” nach Norderney überführt werden.

Auch dieses Schiff war noch dampfbetrieben! Es entsprach mit seiner Ausrüstung durchaus der damaligen Zeit, dennoch hatte es für den Einsatz im Wattengebiet einen zu großen Tiefgang. Die “Samland” blieb bis zum Eintreffen des Dritten Tonnenlegers “Norden” im Dienst und ging anschließend nach Wilhelmshaven.

 

Der dritte Tonnenleger mit dem Namen “Norden”, Baujahr 1953, traf am 31. Juli auf der Insel Norderney ein.

Ein “schmuckes Schiff”, wie die örtliche Presse damals meldete. Das Schiff war mit seinem Voith-Schneider-Propellerantrieb und seiner hochmodernen navigatorischen Ausrüstung ein wahres Wunderwerk an Technik, wie die einhellige Meinung der Fachkreise aussagte.Nach 45 Jahren im Dienste des WSA Norden bzw. des WSA Emden wurde auch dieser Tonnenleger am 28. Januar 1998 auf Norderney durch die feierliche Übergabe des neuen Tonnenlegers “Norden” an das WSA Emden abgelöst. Er wurde an die Seefahrtsschule Leer verkauft und fuhr unter dem Namen "Aurora" als Ausbildungsschiff bis zum Jahr 2008. Mitlerweile wurde das Schiff aber aus Kostengründen verkauft.

TL_Norden-1953-1998©W.Arendt

Tonnenleger "Norden" (Nr. 3), Bj. 1953 bei der Außerdienststellung 1998

Hauptabmessungen

Tonnenleger Norden,Bj. 1953

Norden_1953_Plan
Identnummer 831 0081
Baujahr 1953
Länge über alles: 40,75 m
Breite auf Spanten: 8,02 m
Tiefgang max: 1,95 m
   

Leistung

 
Geschwindigkeit 10,5 Knoten
Antrieb 2x 239 kW
Tonnenkran 7,0 t / 8,5m
Besatzung 10 Mann