Inhalt: Tonnenleger Gustav Meyer
Gasschutzschiff - Tonnenleger

Die "Gustav Meyer" wurde 1967 auf der Jade-Werft in Wilhelmshaven für die Wasser- und Schifffahrtverwaltung des Bundes gebaut.Sie nimmt zum einen die originären Aufgaben eines Tonnenlegers, wie das Auslegen und Einholen von schwimmenden Seezeichen war zum anderen erfüllt sie überwachungs- und schifffahrtspolizeiliche Aufgaben.
Im Jahr 1992 wurde der Tonnenleger auf der Schichau Seebeckweft AG in Bremerhaven einem dreimonatigen Umbau unterzogen bei dem u.a. eine komplette Asbestentsorgung vorgenommen wurde, eine Teleskop-Feuerlöschanlage und eine ABC-taugliche Schutzluftanlage eingebaut wurde, die alle Wohn- und Arbeitsbereiche des Schiffes in verseuchter Umgebung hermetisch abriegelt.
Das Schiff ist nach den Richtlinien des Germanischen Lloyd hinsichtlich seinen
Gasschutzeinrichtung ausgerüstet und zugelassen. Es kann bei einer Schadstoffunfallbekämpfung
und Brandbekämpfung einschließlich des verkehrsbezogenen Feuerschutzes
von den dafür zuständigen Stellen angefordert werden.
Im Jahr 2001 wurde das Fahrzeug einer Umwidmung vom „Tonnenleger“
(TL) in „Gasschutzschiff“ (GSS) unterzogen. Bis dahin hatte das
Schiff seinen Liegeplatz im Binnenbereich des Emder Hafens, am Kai des Bauhofes
in Emden. Um auf die Ems zu gelangen war jedesmal eine Schleusung notwendig.
Da dieses eine erhebliche , zeitliche Verzögerung darstellte, wurde der
Liegeplatz in den Außenhafen verlegt.
Ihren ersten größeren Einsatz als „Feuerwehr“ machte die „Gustav Meyer“ im Jahr 2001 beim Brand der Anker-Halle im Emder Hafen wo über drei Tage und Nächte pro Minute 6000 Liter Löschwasser in die Schläuche der örtlichen Feuerwehr gepumpt wurden. Fast 8 Km Schlauchleitung wurden während dieses Einsatzes verlegt. (siehe auch Presseberichte)
Einsatzgebiet der Gustav Meyer ist die Ems und deren Mündungsgebiet.
Technische Daten
Baujahr: 1967
Bauwerft: Jade Werft,Wilhelmshaven, Bau Nr. 0083
Namensgeber des Schiffes
Gustav Meyer, 1868 in Bremervörde geboren,
war nach Beendigung seiner Ausbildung jeweils mehrere Jahre bei den Wasserbauämtern
Emden, Husum und Geestemünde tätig, bis er nach Brunsbüttelkoog
versetzt wurde, um dort vor dem Ersten Weltkrieg den Ausbau der neuen Schleusen
des Nord-Ostsee-Kanals zu übernehmen. Nach Abschluss dieses Bauvorhabens
wurde er 1914 nach Berlin versetzt und über nahm als Referent die Leitung
des Seezeichenwesens.
In diese Zeit fiel seine Ernennung zum Geheimen Oberbaurat
und später zum Ministerialrat. Auch nach seiner Versetzung in den Ruhestand
1933 entfaltete er noch eine rege Tätigkeit als Sachverständiger in
internationalen Gremien, erhielt 1934 die Würde eines Dr.-Ing. ehrenhalber
und wurde im 85. Lebensjahr kurz vor seinem Tode Ehrenbürger von Brunsbüttelkoog
in Würdigung seiner Leistungen beim Bau der Schleusen.
