Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde

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Inhalt: Der Schifffahrtsbetrieb

Die einzelnen Vorgänge des Hebens und Senkens sind schon weiter vorn beschrieben. Diese Vorgänge werden von 4 Mitarbeitern des WSA Eberswalde gesteuert. Der Schichtleiter übt die Oberaufsicht aus. Er führt die Statistik, nimmt die Anmeldungen der Schifffahrt über Funk entgegen, vergibt die Startnummern und legt die Reihenfolge der Schleusungen und damit die Trogbelegung fest. Der Trogfahrer steuert alle maschinellen Vorgänge. Die Treidler übernehmen das Festmachen der Schiffe am Trog und das maschinelle Herausziehen der antriebslosen Schubprahme. Sie begleiten diese bis zu ihrem Warteplatz nach draußen und legen diese dort an den Pollern fest.

Die gesamte Fahrstrecke der Havel-Oder-Wasserstraße, beginnend bei km 0,0 (Mündung Spandauer Havel) bis Schleuse Lehnitz (sogenannte Havelhaltung), von Lehnitz km 28,60 bis Niederfinow (sogenannte Scheitelhaltung mit Dichtungsstrecke von Marienwerder bis Niederfinow) und vom Abstiegsbauwerk Niederfinow bis zur Schleuse Hohensaaten km 92,80 (sogenannte Oderhaltung) führt dann über die Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße bis km 135,0 zur Mündung in die Westoder und lässt verschiedene Fahrzeuggrößen in einzelnen Teilstrecken zu.

Die Navigationsperiode (Zeitpunkt von der Eröffnung der Schifffahrt bis zur Schließung) ist von den Temperaturbedingungen des Winters abhängig und stellt sich für das Schiffshebewerk so dar. Der zuerst vereisende und zuletzt auftauende Abschnitt (die Scheitelhaltung von Niederfinow bis Lehnitz) bestimmt in der Regel von Mitte Dezember bis in den März hinein eine Schifffahrtssperre infolge Vereisung des Kanals. Eine Auswertung der langjährigen Vereisungen von 1950 - 1995 hat eine durchschnittliche Vereisungsdauer von 67 Tagen ergeben, davon war für 33 Tage der Schiffsverkehr vollkommen unmöglich und daher gesperrt. Hierbei muss aber auf deutliche Unterschiede zwischen milden und harten Wintern hingewiesen werden.

In dieser o.g. Zwangspause im Winter wird regelmäßig eine planmäßige Sperrung des Schiffshebewerkes verfügt, um notwendige Wartungs- und Reparaturarbeiten vorzunehmen. In der Regel liegt diese planmäßige Schifffahrtssperre zwischen dem 3.1. und 15.3. eines jeden Jahres (je nach Umfang der Reparaturarbeiten). Danach arbeitet das Hebewerk wieder ohne wesentliche Unterbrechungen bis zur erneuten Vereisung des Kanals. Einschränkungen der Schifffahrt bzw. eine Herabsetzung der zulässigen Abladetiefen gab es in sogenannten Trockenjahren, z.B. 1959 - 10 cm, 1963 - 5 cm, 1992 - 40 cm (vom 15.8. - 2.9.). Bei normalen Witterungsbedingungen ist jedoch die Speisung des Kanals, der Ausgleich von Versickerung, Verdunstung und Schleusungswasser über das Wehr Liebenwalde gewährleistet, so dass die von 1959-1963 geltenden 175 cm max. Abladetiefe,ab 1963 185 cm, ab 1964 200 cm, ab 1996 190 cm der Schifffahrt überwiegend zur Verfügung steht.

Am Schiffshebewerk wurden seit der Verkehrsöffnung 1934 bei Vollendung des 60. Betriebsjahres rund 127 Millionen Tonnen Güter zu Berg und zu Tal geschleust. Die Güterarten sind im wesentlichen Baustoffe, Kohle, Düngemittel sowie Eisenerze und Schrott.