Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde

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Inhalt: Die Ausweichstelle Eberswalde am Oder-Havel-Kanal

Der Oder-Havel-Kanal wurde als Teil der von Berlin nach Stettin führenden Havel-Oder-Wasserstraße von 1908 bis 1914 für den zweischiffigen Verkehr von langsam fahrenden 600 t-Schiffen gebaut. Sein Querschnitt ist für die modernen, derzeit zugelassenen Schiffsabmessungen und Antriebsformen (Wandel von der Schlepp- zur Schubschifffahrt nach dem zweiten Weltkrieg) unterbemessen.

Stand der Bauarbeiten Mai 1997, Schiffsverkehr aus Richtung Niederfinow Stand der Bauarbeiten Mai 1997, Schiffsverkehr aus Richtung Niederfinow

Dadurch kam es an den Kanalauskleidungen zunehmend zu Schäden, so dass 1985 in der rund 22,5 km langen gedichteten Strecke des Oder-Havel-Kanals zwischen der Mündung des Werbellinkanals und dem Schiffshebewerk Niederfinow ein Einrichtungsverkehr eingeführt wurde. Durch diesen Richtungsverkehr ergaben sich maximale Wartezeiten von 7,5 Stunden für die Schifffahrt. Mit dem Neubau der Ausweichstelle Eberswalde in der Mitte der Dichtungsstrecke reduziert sich die Wartezeit für die Schifffahrt um durchschnittlich 2,5 Stunden.

Bauaktivität August 1997  Abb. 2: Bauaktivität August 1997

Für die Dichtung von Sohle und Böschung, der Kanalwasserspiegel liegt ca. 3,00 m - 4,00 m über dem Grundwasserspiegel, wurden geotextile Dichtungsbahnen, auch „Bentonit - Dichtungsmatten" genannt, verwendet.

Da der Neubau der Ausweichstelle unter Aufrechterhaltung der Schifffahrt erfolgte, waren die vorgenannten Dichtungsbahnen unter Wasser einzubauen. Dieses Dichtungsverfahren wurde erstmals unter den o. g. Bedingungen im Wasserstraßenbau angewandt, so dass neue Einbautechniken und neue Einbauverfahren entwickelt werden mussten. Nach Fertigstellung der Maßnahme kann festgestellt werden, dass sich das angewandte Bauverfahren für den Neubau der Ausweichstelle bei den vorhandenen Verhältnissen bewährt hat.

Für den Ausgleich und Ersatz von nicht vermeidbaren Eingriffen in Natur und Landschaft werden ca. 10 % der Gesamtbauausgaben aufgewendet.

Fertiggestellte Baumaßnahme Juni 1998

Abb. 3: Fertiggestellte Baumaßnahme Juni 1998, Schiffe haben an der Ausweichstelle angelegt, müssen den Gegenverkehr passieren lassen und können dann erst in Richtung Berlin weiterfahren


Für die Durchführung der Baumaßnahme als Vorhaben von gemeinsamen Interesse im Bereich der transeuropäischen Netze für Verkehrsinfrastrukturen wurde durch die Kommission der Europäischen Gemeinschaft ein Gemeinschaftszuschuss in Höhe von 10 %gewährt.

Daten:
Länge der Ausweichstelle: 1.000 m
Wassertiefe: 4 m
Nassbaggerarbeiten: 150.000 m3
Stahlspundwandverbau: 1.300 t
Kanaldichtungsarbeiten: 56.000 m2
Natursteindeckwerksverbau: 75.000 t
Gesamtbauausgaben: 17.000.000 DM

 

Querschnitt der Ausweichstelle  Abb. 4:Querschnitt der Ausweichstelle

Termine:
Baubeginn: Februar 1997
Freigabe des Gewässerbettes für die Schifffahrt: März 1998

Fertigstellung der landseitigen Anlagenteile:

Juni 1998