Inhalt: Geschichte
Britzer Verbindungskanal (BVK)
km 28,319 a Abzweigung aus
dem Teltowkanal (TeK) bei km 28,28 bis 31,705 a Einmündung in die
Spree-Oder-Wasserstraße (SOW), Treptower Spree bei km 26,43

Hafen Britz, Zeichnung aus der Festschrift zur Eröffnung des Teltowkanals
Der Britzer Verbindungskanal hieß bis zum 18. Dezember 1994 Britzer Zweigkanal. Er verläuft für 4,1 Kilometer durch Berlin zwischen der Spree bei Baumschulenweg und dem Teltowkanal beim Hafen Britz Ost, Sitz des Außenbezirk Neukölln des WSA Berlin. Die Wasserstraße wurde gleichzeitig mit dem Teltowkanal als Verbindung zur Spree-Oder-Wasserstraße (SOW) an der Grenze Baumschulenweg-Niederschöneweide gebaut.
Britzer Zweigkanal, aus Schiffskarte der Binnenwasserstraßen der DDR, 1988
Am Kanalufer erinnert seit dem 21. Juni 2003 eine Stele an Chris Gueffroy. Der
21jährige Kellner versuchte in der Nacht vom 5. auf den 6. Februar 1989 zusammen
mit seinem Freund Christian Gaudian durch den Britzer Zweigkanal von Treptow
nach Neukölln zu flüchten. Vor dem Überwinden des letzten Metallgitterzauns
wurden die beiden von Grenztruppen der DDR entdeckt und unter Beschuss genommen.
Gueffroy wurde von zehn Kugeln getroffen und verstarb noch im Grenzstreifen.
Gaudian wurde schwer verletzt festgenommen.
Die vier Grenzsoldaten wurden mit dem „Leistungsabzeichen der Grenztruppen“ und
je 150 Mark Prämie ausgezeichnet. Gaudian wurde am 24. Mai 1989 vom
Stadtbezirksgericht Pankow wegen „versuchten ungesetzlichen Grenzübertritts im
schweren Fall" zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt, im September
1989 von der Bundesrepublik freigekauft und am
17. Oktober
1989 nach Westberlin abgeschoben.
Nach der Wiedervereinigung wurde gegen die Grenzsoldaten vor dem Landgericht Berlin Anklage erhoben. Zwei von ihnen wurden im Januar 1992 freigesprochen, einer erhielt eine Bewährungsstrafe. Ingo Heinrich, der den tödlichen Schuss ins Herz abgegeben hatte, wurde zunächst zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. In der Berufungsverhandlung vor dem Bundesgerichtshof wurde das Urteil 1994 auf zwei Jahre mit Bewährung reduziert.
Die Toten des Teltowkanals
Das Mahnmal des Berliner Künstlers Karl Biedermann erinnert an den letzten an der Mauer von DDR-Grenzsoldaten erschossenen Mann.