Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Wasserstraßen

Für den nationalen und internationalen Verkehr sind Binnenschifffahrt und Seeschifffahrt volkswirtschaftlich und ökologisch unentbehrliche Verkehrsträger, insbesondere für die Beförderung von Massengütern. Hinzu kommen in immer größerem Umfang der Containertransport und in der Binnenschifffahrt die Transporte von gefährlichen sowie von übermäßig schweren oder sperrigen Gütern. Die Wasserstraßen bilden ein zusammenhängendes Netz, das die großen Seehäfen einerseits mit der Hohen See, andererseits mit ihrem Hinterland sowie die bedeutendsten Industriezentren miteinander verbindet.

Hauptmerkmale des Systems Schiff - Wasserstraße sind:

Außerverkehrliche Funktionen der Wasserstraßen sind:


Funktionen

Die Wasserstraßen sind neben den Straßen, Schienen und den Rohrleitungen Teil des bodengebundenen Verkehrswegenetzes der Bundesrepublik Deutschland.

Obwohl sehr viel weitmaschiger als Schiene und Straße, ist das Wasserstraßennetz dennoch ein zusammenhängendes Netz, das die großen Seehäfen einerseits mit der Hohen See, andererseits mit dem Hinterland sowie die bedeutendsten Industriezentren miteinander verbindet. Die Mehrzahl der Großstädte der Bundesrepublik besitzt einen Wasserstraßenanschluss.

Das Netz der Bundeswasserstraßen hat eine Länge von rund 7290 km Binnenwasserstraßen und schließt auch ca. 17800 km2 Seewasserstraßen ein. Hiervon entfallen ca. 6550 km auf Binnenschifffahrtsstraßen und ca. 690 km auf Seeschifffahrtstraßen ohne Außenbereiche der seewärtigen Zufahrten. Etwa 34% der Netzlänge sind frei fließende bzw. geregelte Flußstrecken, 42% staugeregelte Flußstrecken und 24% künstliche Wasserstraßen (Kanäle).

Nach dem System der europäischen Klassifizierung für Binnenwasserstraßen besitzen 70% der deutschen Wasserstraßen internationale Bedeutung, 17% sind nur von nationaler Bedeutung und 13% sind nicht klassifiziert bzw. nicht dem allgemeinen Verkehr dienend.

Die Bundeswasserstraßen haben neben der verkehrswirtschaftlichen Nutzung beachtenswerte Funktionen zur Wasserversorgung, Erhaltung der Vorflut für den Abfluss der Niederschläge und für Entwässerungszwecke, Abwendung von Hochwasser- und Eisgefährdung sowie zur preiswerten und sauberen Energiegewinnung in staugeregelten Abschnitten.

Die Flüsse sind die naturgegebenen Hauptadern für den Wasserabfluss. Aus Flüssen und Schifffahrtskanälen werden ständig große Wassermengen, vor allem für industrielle Zwecke entnommen. Aber auch die Landwirtschaft und die Trinkwassergewinnung stützen sich in beachtlichem Umfang auf das Wasserangebot der Bundeswasserstraßen.

Zur umweltfreundlichsten Form der Energiegewinnung zählt die Wasserkraftnutzung. Sie ist jedoch nur wirtschaftlich vertretbar, wenn ausreichende Fallhöhen und entsprechende Abflüsse zur Verfügung stehen. In der Bundesrepublik sind Laufwasser-Kraftwerke vielfach im Zusammenhang mit einer Stauregelung für den Schiffsverkehr errichtet worden. Zu den staugeregelten Bundeswasserstraßen mit Wasserkraftnutzung zählen Weser, Oberrhein, Neckar, Main, Mosel, Saar und Donau mit einer installierten Leistung von zur Zeit ca. 750 MW. Damit wird mit Wasserkraft etwa genau soviel Energie produziert, wie alle Transporte auf dem Wasser verbrauchen - einzigartig für einen Verkehrsträger.

Schließlich dienen die Bundeswasserstraßen in steigendem Maße der Erholung der Bevölkerung an und auf dem Wasser. Hier sind neben dem Wassersport mit Segel- und Motorbooten, dem Kanusport, dem Rudern, Surfen und Wasserskilaufen auch das Angeln, Wandern und Radwandern zu nennen. Die auf eine dreiviertel Million geschätzte Zahl von Sport- und Freizeitbooten spricht für sich. An besonders attraktiven Wasserstraßen hat sich ein intensiver Fremdenverkehr für Kurz- und Langzeiturlauber entwickelt. Die Fahrgastschifffahrt hat hieran einen großen Anteil. Die Zahl von mehr als 800 Fahrgastschiffen mit rund 200 000 Plätzen belegt den hohen Stellenwert dieses Schifffahrtszweiges und des dazugehörigen Fremdenverkehrs.

Für die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung stellt sich die Aufgabe, die verschiedenen verkehrlichen und außerverkehrlichen Funktionen der Binnenwasserstraßen miteinander in Einklang zu bringen.