Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


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Inhalt: Technische und wirtschaftliche Konzepte für flussangepasste Binnenschiffe

Dieses Gutachten wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen von der Versuchsanstalt für Binnenschiffsbau e. V., Duisburg, erstellt.

Hauptziel des Gutachtens war es zu prüfen, ob die Befahrbarkeit der Flüsse durch die Entwicklung flussangepasster Binnenschiffe verbessert werden kann. Im Rahmen des Gutachtens wurden einige aktuelle technische Konzepte für die Flachwasserschifffahrt aus technischer und wirtschaftlicher Sicht bewertet. Dabei wurden mehrere technische Möglichkeiten zur Gewichtseinsparung und Optimierung der Schiffsform untersucht. Die technische und wirtschaftliche Bewertung erfolgte durch einen Vergleich von fünf existierenden Typschiffen (3 Motorgüterschiffe, 2 Schubverbände) mit zwei innovativen Schiffstypen (Motorgüterschiff und Schubverband) auf zwei konkreten Verkehrsrelationen (Hamburg nach Dresden und Hamburg nach Berlin).

Bei den Berechnungen wurden 3 Wasserstandsszenarien berücksichtigt:

Wesentliche Ergebnisse des Gutachtens:

  1. Bei Umsetzung der untersuchten Maßnahmen (u.a. Optimierung der Schiffsform, Einsatz eines Jet-Antriebs, Verwendung von leichteren Materialien) könnte mit den innovativen Schiffen ab einer Fahrwassertiefe von ca. 1,30 m bereits Ladung transportiert und dadurch die Nutzung der Wasserstraßen deutlich verbessert werden. Allerdings sei das Ladevolumen bei dieser Fahrwassertiefe so gering, dass bei der derzeitigen Frachtenlage, auch unter Berücksichtigung von sog. Kleinwasserzuschlägen, nur die transportabhängigen Kosten, aber nicht die Gesamtkosten gedeckt werden könnten.
  2. Insgesamt führen die untersuchten innovativen Maßnahmen nach dem gegenwärtigen Stand der Technik zu höheren Herstellungs- und Betriebskosten. Um die dabei anfallenden zusätzlichen Investitions- und Betriebskosten zu decken, wären Frachtraten erforderlich, die derzeit, auch nach Einführung der LKW-Maut, nicht am Markt durchsetzbar wären.
  3. Aus den vorgenannten Gründen bestünden derzeit keine wirtschaftlichen Anreize existierende Binnenschiffe durch innovative Neubauten zu ersetzen.
  4. Günstiger seien die Chancen zur Umsetzung von Innovationen einzuschätzen, wenn ein Schiffsneubau geplant würde. Die Wettbewerbsvorteile der innovativen Schiffstypen blieben aber eher marginal. Entscheidende Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt seien die Fahrwassertiefe und -breite. Aus den durchgeführten Wirtschaftlichkeitsberechnungen könnte abgeleitet werden, dass erst ab einer Fahrwassertiefe von ca. 1,60 m eine kostendeckende Binnenschifffahrt betrieben werden könnte.
  5. Innovative technische Maßnahmen könnten helfen, die gegebene Wasserstraßeninfrastruktur optimaler zu nutzen. Sie seien aber nicht in der Lage, infrastrukturelle Beschränkungen zu kompensieren.

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