Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Fachstelle der WSV für Verkehrstechniken

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Inhalt: TV-Versuche an der Schleuse Datteln

Volker Kastrup
Im Rahmen der Grundinstandsetzung und der zukünftigen Fernbedienung der Schleusen am Wesel-Datteln-Kanal wurde die FVT vom Wasserstrassen-Neubauamt Datteln zur Durchführung von TV -Versuchen an den Schleusen beauftragt.

Die vorhandenen Bedienstände der großen Kammern werden wegfallen und die Bedienung soll künftig von dem Leitstand der kleinen Kammern übernommen werden.

Da die Schleusen am Wesel-Datteln-Kanal nahe zu baugleich sind, sollen die Ergebnisse einer Referenzschleuse auf die anderen Schleusen übertragen werden.

In einer Vorbesichtigung, gemeinsam mit dem Auftraggeber, wurden alle Schleusen in Augenschein genommen. Es handelt sich hierbei um die Schleusen Ahlsen, Dorsten, Fläsheim, Hünxe und Friedrichsfeld. Als Referenzschleuse für die Untersuchung wurde die Schleuse Datteln ausgesucht.

Die beiden Schleusenkammern inklusive der Torbereiche und der Vorhäfen sollen mittels Fernsehkameras erfasst und in dem zentralen Bedienstand der kleinen Kammer der Schleusen am Bedienpult dargestellt werden.

Bei der untersuchten Schleuse soll der Automatisierungstyps I, Bedienung durch den Schichtleiter vor Ort, entsprechend dem Schlussbericht der Arbeitsgruppe "Schleusenautomatisierung" umgesetzt werden.

Dabei soll eine spätere Fernbedienung der Schleusengruppe berücksichtigt werden.

Die FVT soll die geeigneten Kamerastandorte, Kamerahöhen, Objektivbrennweiten und den Einsatz der Schwenkneigeköpfe für die Schleusen am WDK ermitteln.

Bild 1: Blickwinkel der Fernsehkamera auf die Schleusenkammer während der Versuche zur Ermittlung der optimalen Standorte
Bild 1

Bei der Auswahl der vorgegebenen Einsichtsbereiche wurde zunächst, basierend auf den Lageplänen, eine grobe Festlegung der Kamerastandorte und Objektive vorgenommen.

Bei der Auswahl der geeigneten Kamerastandorte ist u.a. die Problematik der direkten Sonneneinstrahlung und der Einstrahlung durch Reflexion der Sonne auf der Wasseroberfläche zu berücksichtigen. Anzustreben sind deshalb solche Kamerastandorte, bei denen die Kamera in nördliche Richtung ausgerichtet werden kann.

Ein weiteres Kriterium zur Standortwahl der Kamera ist die Vermeidung einer "gegenläufigen" Bilddarstellung auf den Monitoren in der Fernbedienzentrale. Dieser Effekt tritt auf, wenn Kameras jeweils auf der gegenüberliegenden Kammerseite installiert werden. Dabei werden auf den Monitoren in der Fernbedienzentrale die entsprechenden Bildausschnitte von unterschiedlichen Kammerseiten (gegenläufig) dargestellt.

Auf den Monitoren fährt ein so dargestelltes Schiff scheinbar in entgegengesetzte Richtungen. Um diese "gegenläufige" Darstellung zu vermeiden, müssen alle Kamerastandorte auf der gleichen Seite der Kammer liegen.

Durch die Ost-West Ausrichtung der Schleusen am WDK können bei den Kameras zur Überwachung der Schleusenkammer und der Schleusenvorhäfen die tageszeitabhängige Blendungen durch Streulicht oder Reflexionen der Sonne auf der Wasseroberfläche nicht immer ausgeschlossen werden. Dies wird auch durch die Erfahrung des Schleusenpersonals bestätigt.

Die Kameras sind bei der Installation so auszurichten, dass eine direkte Sonneneinstrahlung vermieden wird. 

Dies kann z.B. durch eine entsprechende Neigung der Kamera erreicht werden, so dass der Bildbereich möglichst nicht über den Horizont reicht.

In den Kammerüberblicken ist eine Detailauflösung in der Totalen nicht möglich, dadurch kann z.B. eine Kontrolle der Pollerbelegung vom Schleusenpersonal nicht wahrgenommen werden. Hier sollten andere Lösungen angestrebt werden.

Schwierige Sichtverhältnisse, wie z.B. bei Nebel, starkem Regen oder Schneefall, lassen trotz aufwändiger Technik zeitweise nur eingeschränkt auswertbare Kamerabilder erwarten.

In solchen Fällen kann ein gefahrloser Betrieb der Schleuse wegen einer Nichtauswertbarkeit der Fernsehbilder eventuell nicht mehr möglich sein.

Bild 2: 3D-Darstellung der Kameraausleger an einem Hubportal
Bild 2


Technische Daten der Schleuse Datteln:
Große Kammer
  • Kammerlänge: 223,00 Meter
  • Kammerbreite: 12,00 Meter
  • Hubhöhe: 7,50 Meter
  • Torart: Hubtore am OH+UH
  • Kleine Kammer
  • Kammerlänge: 112,00 Meter
  • Kammerbreite: 12,00 Meter
  • Hubhöhe: 7,50 Meter
  • Torart: Schiebetor am UH, Hubsenktor am OH 

  • Bild 3: Schleuse Datteln, geplante Kamerastandorte der Torbereiche
    Bild 3

    Bild 4: Schleuse Datteln, geplante KamerapositionenOberhaupt
    Bild 4

    Bild 5: Schleuse Datteln, geplante Kamerapositionen Unterhaupt
    Bild 5


    Verwendete Abkürzungen:

    Bildnachweis: FVT