Inhalt: Wasserstraßenkreuz Magdeburg
Teil des Verkehrsprojekts 17 Deutsche Einheit
Am 10.Oktober 2003 erfolgte die Verkehrsfreigabe des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg durch den Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Dr. Manfred Stolpe, und den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Wolfgang Böhmer.
Aus Anlass der Verkehrsfreigabe hat das Wasserstrassen-Neubauamt Magdeburg eine Informationsschrift herausgegeben.
Einzelne Beiträge daraus finden Sie als PDF-Dateien unter den entsprechenden Menüpunkten.
Die Druckfassung kann gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 10 € zuzüglich 3 € Versandkosten bezogen werden bei:
Urania Magdeburg e.V.
Nikolaiplatz 7
39124 Magdeburg
Tel: 0391 25 50 60
Aktuelle Informationen und weitere Projektdaten erhalten Sie unter:
www.wna-magdeburg.wsv.de
Kernstück der Wasserstraßenverbindung Hannover-Magdeburg-Berlin ist zweifellos das Wasserstraßenkreuz Magdeburg. Bereits 1919 gab es erste Entwürfe und vor dem zweiten Weltkrieg konkrete Planungen einer Verbindung des Mittellandkanals mit dem Elbe-Havel-Kanal bei Magdeburg, um so eine durchgehende Wasserstraßenverbindung zwischen Rhein und Oder zu erhalten. Mit dem Bau der dafür notwendigen Kanalbrücke über die Elbe, einer Kanalstrecke auf dem Ostufer und eines Doppelhebewerkes zur Überwindung des Wasserstandsunterschiedes zwischen Mittellandkanal und Elbe-Havel-Kanal von rund 18 m ist in den 30er Jahren begonnen worden. Der Bau wurde jedoch wegen des Krieges 1942 unvollendet eingestellt.

Kanalbrücke (Zustand vor Beginn der Bauarbeiten)
Um vom Mittellandkanal in den Elbe-Havel-Kanal und dann weiter nach Berlin zu gelangen, mussten die Schiffe die Elbe daher heute noch über einen Umweg kreuzen. Dies erfolgte per Abstieg zur Elbe über das Schiffshebewerk Rothensee, dann Elbe abwärts und über die Schleuse Niegripp in den Elbe-Havel-Kanal. Diese Route bedeutete nicht nur 12 km Mehrweg gegenüber einer direkten Querung, sondern sie ist war zudem höchst problematisch, weil das Schiffshebewerk Rothensee aufgrund seiner Trogabmessungen von nur 85 m Länge keine Großmotorgüterschiffe aufnehmen kann, und die schwankenden Wasserstände der Elbe den Güterverkehr erheblich beeinträchtigen. Bei oft wochenlangen Niedrigwasserständen mussten die Schiffe aus Richtung Hannover in Magdeburg leichtern, nicht selten musste der Schiffsverkehr ganz eingestellt werden. Mit dem Bau des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg ist jetzt eine ganzjährige, wasserstandsunabhängige Elbequerung erreicht worden.

Lageplan (42kByte, für vergrößerte Darstellung anklicken)
Bestandteile des Wasserstraßenkreuzes sind eine rund 1.000 m lange Kanalbrücke, eine Doppelsparschleuse in Hohenwarthe zum Anschluß des Mittellandkanal an den Elbe-Havel-Kanal, sowie eine neue Schleuse neben dem bestehenden Schiffshebewerk Rothensee. Das Konzept für den Neubau des Magdeburger Wasserstraßenkreuzes bestätigt im wesentlichen die in den 30er Jahren getroffenen Überlegungen, wobei die Abmessungen der jetzt errichteten Bauwerke heutigen Erfordernissen entsprechen.
