Inhalt: Bauwerke
Nachdem 1992 das technische Konzept für das Wasserstraßenkreuz Magdeburg mit dem Bau einer einschiffigen Kanalbrücke über die Elbe festgelegt und 1996 der zugehörige Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig wurde, begannen unverzüglich die bauvorbereitenden Maßnahmen, z.B. das Umverlegen einer Gashochdruckleitung und der Abriss der bereits in den dreißiger Jahren fertiggestellten Bauwerksteile der alten Kanalbrücke. 1997 und 1998 wurden die Bauleistungen für die großen Einzelbauwerke: Schleuse Rothensee, Kanalbrücke und die Doppelsparschleuse Hohenwarthe vergeben.
Zu dem Wasserstraßenkreuz Magdeburg gehören die folgenden Bauwerke :
Die Sparschleuse Rothensee fungiert als Bypass zum vorhandenen Schiffshebewerk. Dieses lässt aufgrund seiner nutzbaren Länge von 84 m und einer Trogtiefe von 2,5 m den Verkehr für die geplanten Bemessungsschiffe nicht zu. Ein Großteil seiner technisch-wirtschaftlichen Nutzungsdauer ist nach 65 Jahren Betrieb abgelaufen. Die Abmessungen der Sparschleuse Rothensee betragen 190 x 12,5 m bei einer Drempeltiefe von 4 m und einer Fallhöhe von bis zu 18,5 m. Seit dem 21. Mai 2001 ist die Sparschleuse Rothensee dem Verkehr übergeben. Die Freigabe ermöglichte Schiffen sofort den Hafen Magdeburg mit einem Tiefgang von 2,50 m anzulaufen, solange es die Elbwasserstände zulassen.
Die einschiffige Kanalbrücke über die Elbe, als zentrales Bauwerk des Wasserstraßenkreuzes, ist 918 m lang und hat eine nutzbare Breite von 32 m. Die Trogtiefe beträgt 4,25 m. Der gewählten Breite liegt eine Nutzen-Kosten-Untersuchung der Wartezeiten des durch die Doppelsparschleuse Hohenwarthe getakteten Verkehrs zugrunde.
Die Doppelsparschleuse Hohenwarthe verbindet den Mittellandkanal mit dem Elbe-Havel-Kanal. In den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts war an dieser Stelle ein Doppelschiffshebewerk analog dem Hebewerk in Rothensee in Bau. Die Kammern der Doppelsparschleuse Hohenwarthe haben identische Abmessungen mit denen der Sparschleuse Rothensee, auch die Fallhöhe ist mit maximal 19,05 m ähnlich. Alle drei Strecken am Wasserstraßenkreuz sind aufgrund ihrer Höhenlage über dem Elbwasserspiegel gedichtete Dammstrecken. Ihr Wasserspiegel liegt bis zu 16 m über dem Gelände.
Die Strecke S11 westlich der Schleuse Rothensee wurde in ihrem Kanalbett ohne Dammverlegung als erweiterter Vorhafen mit Liegestellen ertüchtigt. Die östlich an die Schleuse Rothensee anschließende Strecke S12 wurde mit Wartestellen für die Fahrt über die Kanalbrücke und zum Abzweig in den Rothenseer Verbindungskanal ausgebaut.
Die Verbindungsstrecke S20 zwischen der Kanalbrücke und der Doppelsparschleuse Hohenwarthe wurde fast vollständig neu aufgebaut. Bis auf die senkrechte Wartestelle für die Fahrt über die Kanalbrücke ist der Kanal im Trapezprofil gebaut.
